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Was wir alles zum Leben brauchen – Brigitte – Meike Bruhns

Berührungen

Ohne Tastsinn sterben wir...

Wir können blind oder taub auf die Welt kommen, aber wenn der Tastsinn nicht funktioniert, sind wir nicht lebensfähig.

Das sagt Martin Grunwald, Tastsinnforscher und Leiter des Haptiklabors der Universität Leipzig. Aufnahmen von Babygroßhirnen zeigen ein wahres Neuronengewitter, wenn die Eltern mit ihrem Kind schmusen. Dann verschalten sich wie auf Knopfdruck Milliarden von Nervenzellen und bilden neue Netzwerke. Häufiger Körperkontakt macht Kinder kräftiger und klüger. Fehlt der Körperkontakt, hören Babys auf zu wachsen, die Intelligenz bleibt zurück, das Immunsystem ist schwächer.

Globale Berührungsarmut

Aus Angst wegen sexueller Belästigung verklagt zu werden, berühren sich die Menschen in den USA immer weniger. Die Folgen sind die zunehmende Gewalt und Aggressivität. Doch auch in Deutschland, England und Skandinavien ist Körperkontakt auf einem historischen Tiefstand. „Noch nie haben wir uns so wenig angefaßt wie heute“, warnt Charles Spence, Psychologe an der englischen Oxford University, der 2005 eine Studie über die Verwahrlosung des Tastsinns veröffentlichte. Sein Fazit: Der Boom der Wellness-Industrie ist der Versuch der modernen Menschen, den Hunger nach Berührung zu stillen.

Laut der schwedischen Forscherin Kerstin Uvnäs-Moberg ist aber nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Art der Berührung wichtig. Sie hat gemessen, dass eine Streichelfrequenz von 40-mal pro Minute (das ist ungefähr die Geschwindigkeit, mit der wir spontan Katzen oder Kinder streicheln) für die optimale Ausschüttung des Hormons Oxytocin sorgt.

Ist es schwer sich an dieser Stelle das flauschige, warme und weiche Fell der Alpakas vorzustellen? Streicheln Sie es uns Sie werden es verstehen...

Spaziergänge – 3000 Schritte pro Tag (ca. 2,4 Kilometer)

„Leider haben wir heute das Gehen verlernt“ sagt Matthias Zehringer, Sportarzt. Im Durchschnitt mach der Deutsche am Tag nur ca. 1500 Schritte. „Das ist eindeutig zu wenig. Dabei haben wir genug Möglichkeiten zum gehen. Beim Gehen in der Natur werden viel mehr Glückshormone ausgeschüttet als im Studio auf dem Laufband. Gert-Peter Brüggemann, Institutsleiter der Deutschen Sporthochschule Köln, meint sogar, wir würden im Alltag oft völlig unökonomisch gehen. „Bei Treppen oder Bordsteinen haben viele Menschen die Füße zu hoch, bis zu zehn oder sogar 20 Zentimeter. Viele sind das Steigen nicht mehr gewöhnt und deshalb auch bei solchen Alltagsbewegungen unsicher geworden. Bewegung hält das Gehirn jung, besagt eine Studie der Deutschen Sporthochschule in Köln über die Hirnleistung älterer Menschen. Bewegung fördert die Neubildung von Nervenzellen. Nach einer Studie in Amerika baut Gehen Aggressionen ab und schafft Klarheit im Kopf...

Der Rundweg um den Öjendorfer See (unser derzeitiger Standort) ist 4,3 km lang - und selbst Bewegungsmuffel empfinden es als kurzweilig und bedauern, dass es so schnell vorbei ist.

 

Lachen – warum es wichtig ist..

Dr. Barbara Merziger, Freie Universität Berlin: Lachen bedeutet Kontakt, Nähe. Es ist ein Bindemittel und macht uns im Gespräch zu zivilisierten Menschen. Das sagen auch Evolutionsforscher. Früher ging man sich an die Gurgel, heute lacht man zusammen. Sogar, wenn man sich eigentlich nicht leiden kann. Das hat Überlebensvorteile. Wenn man jemanden sieht der richtig lacht, kann man oft gar nicht anders und muß mitlachen. Das so etwas die Atmosphäre lockert, ist klar. Ist deswegen gleiche Humor so anziehend? Ja, denn man teilt beim Lachen ein Stück der eigenen Lebenswelt mit dem anderen. Oft lacht man über Gemeinsamkeiten oder Schwierigkeiten. Manchmal wissen wir aber selbst nicht, warum wir lachen: Verlegenheit, Stress, Sympathie – Lachen kann über allen Emotionen liegen, aber es wird Gespräche immer persönlicher machen. In hohen Positionen wird übrigens heute noch wenig gelacht, weil es die Autorität untergräbt, zu viel Nähe schafft...

Wer die Tiere kennen gelernt hat, in ihre Gesichter gekuckt, sie gefüttert und geführt hat, wird mehr als eine Gelegenheit gehabt haben, herzhaft zu lachen. Sie sind sehr liebe und ruhige Gesellen, aber auch sehr komisch.